Artikel aus der Osterländer Volkzeitung "OVZ"
Ausgabe vom SONNABEND / SONNTAG, 20./21. AUGUST 2016

„Ich war noch niemals in Treben“

Highlight des Musikfestivals: Udo-Jürgens-Show mit Alex Parker versetzt ein Dorf in den Ausnahmezustand

VON ELLEN PAUL

TREBEN. Die kleine Gemeinde Treben ist  ihrem exzellenten Ruf als Veranstaltungsort  des Altenburger Musikfestivals einmal  mehr gerecht geworden. Denn zum  Grundstein, den rührige ortsansässige  Vereine und ein umtriebiger Bürgermeister  mit einer perfekten Vorbereitung legten,  gesellte sich am Donnerstagabend  auch noch Glück: Petrus verhieß sommerliches,  vor allem trockenes Wetter, und  die Festival-Veranstalter lotsten mit Alex  Parker ein echtes Zugpferd vors Rittergut.  Denn er hatte nichts weniger als die  unvergesslichen Hits von Udo Jürgens im  Gepäck. Die logische Folge war ein Run  auf die Open-Air-Veranstaltung, wie ihn  das eh schon erfolgsverwöhnte Treben  noch nicht erlebt hat. Gut 400 Besucher,  nicht wenige davon aus Altenburg und  dem Umland, versetzten den Ort in einen  regelrechten Ausnahmezustand.


Dabei ist es bekanntlich gar nicht so  leicht, ein Nachahmer einer berühmten  Show-Größe zu sein. So manch einer, der  sich Double nennt, ist nur ein müder  Abklatsch. Alex Parker ist es nicht. Wer  ab und an für Momente die Augen  schloss, wähnte tatsächlich den unvergessenen  Künstler zu hören. Parker braucht  sich mit seiner „Danke, Udo!“-Show  weder als Sänger noch als Pianist oder  Moderator zu verstecken. Er lieferte eine  perfekte Performance.

Und er hatte das Publikum vom ersten  Augenblick an mit seiner sympathischen  Art auf seiner Seite. „Ich war noch niemals  in Treben“ begrüßte er die Zuschauer  in Anspielungs auf Jürgens’ großen  Hit. Doch er würde gerne wiederkommen,  so beeindruckt zeigte sich der 42-  jährige vom Ambiente und der Gästeschar.  Folgerichtig ließen sich die Besucher  nicht lange bitten, um die Lieder mitzusingen  und eine wunderbare  Stimmung entstehen zu lassen.

Parker steuerte so manche Anekdote  aus dem Leben von Udo Jürgens bei,  erzählte – wenngleich ein Stück zu detailverliebt  und zu schwärmerisch – von den  Begegnungen mit seinem Idol. Die erste  vor gut 20 Jahren in einer Braunschweiger  Hotelbar, wo Parker als Pianist angeheuert  hatte. Diesem ersten Treffen folg-    ten Briefe und weitere Gespräche und  schließlich ein gemeinsamer TV-Auftritt  bei RTL, wo sich Parker als Udo-Jürgens-  Imitator einem Millionenpublikum präsentierte.

Klar, dass er nicht nur mit den Liedern  an Jürgens erinnerte. Auf die Unterstützung  eines Orchesters musste Parker in  Treben zwar ebenso verzichten wie auf  einen weißen Flügel – hier musste ein  E-Piano genügen –, doch zwei Gläser  nicht gerade schmackhaften, aber der  Stimme wohltuenden Lindenblütentees  durften ebenso wenig fehlen wie der weiße  Bademantel am Schluss. Besonders  bemerkenswert, dass Parker der Versuchung,  nur die großen Hits zu singen,  widerstehen konnte und auch weniger  bekannte Lieder, oft mit besonders aussagekräftigen  Texten, zu Gehör brachte.  Denn auch das gilt als typisch für die Udo-  Jürgens-Konzerte.

Jubel und Zugabe-Rufe waren die folgerichtige  Reaktion des Publikums. Dies  haben sich aber auch die vielen fleißigen  Helfer in Treben verdient. Heimat- und  Rittergutsverein, freiwillige Feuerwehr –  um nur einige zu nennen – waren erneut  der Garant, dass sich die Gäste wohl und  rundum gut versorgt fühlten. „Das war  wieder absolut klasse und verdient uneingeschränkte  Hochachtung“, schwärmt  der Cheforganisator des Altenburger    Musikfestivals, Rolf Olischer. Übrigens:  Wer das Konzert in Treben verpasst  haben sollte oder Alex Parker noch einmal  erleben möchte: Am 3. November hat  man dazu im Altenburger Logenhaus  Gelegenheit. Dort, sagt Parker, steht dann  auch ein Flügel.


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Ausgabe vom SONNABEND / SONNTAG, 20./21. AUGUST 2016

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